Wohn-Riester

Allgemeines

Etwas umgangssprachlich als „Wohn-Riester“ wird die geplante Eigenheimrente bezeichnet, die den Bau oder den Kauf einer Immobilie fördern soll. Schon seit das Ende der früheren Eigenheimzulage (im Jahre 2006) absehbar war, dachte die große Koalition nach über neue Förderungsmöglichkeiten für den Erwerb von Immobilien. Zugleich sollte damit ein wichtiger Baustein für die private Altersvorsorge zementiert werden. Mittlerweile ist ein Gesetzentwurf vorgelegt worden, der nunmehr in der Diskussion steht. Die Verabschiedung des Gesetzes im Sommer 2008 gilt als sicher.

Geschichte der Wohn-Riester

Seit sich vor wenigen Jahren das endgültige Aus für die beliebte Eigenheimzulage abzeichnete, wurden in der Bundesregierung schon frühzeitig Überlegungen angestellt, wie der Erwerb von privatem Wohneigentum in Zukunft staatlich unterstützt werden kann. Immerhin ist Wohneigentum auch ein wichtiger Grundpfeiler der privaten Altersvorsorge. Zudem befürchtete die Bauwirtschaft zu Recht starke Einbußen durch die Abschaffung der Eigenheimzulage.
Schon früh beschäftigten sich deshalb die Koalitionsparteien mit der Möglichkeit, Wohneigentum in die Riester-Altersvorsorge einzubeziehen. Recht bald taten sich schwierige Fragen auf wie etwa die der nachgelagerten Besteuerung, welche ein Kennzeichen der Riester-Produkte ist. Zwar sind dabei Einzahlungen steuerfrei, aber die späteren Auszahlungen müssen besteuert werden. Es wurde deutlich, dass ein umfassendes Gesamtkonzept erstellt werden musste, das dem Altersvorsorgenden, der Bauwirtschaft und den staatlichen Möglichkeiten gerecht werden sollte. Auch über die Abschaffung der Wohnungsbauprämie wurde nachgedacht.
Überlegt wurde auch ein Optionsrecht: Danach sollten Hausbesitzer beim Erreichen des Rentenalters wählen können, ob sie für immer eine Steuer auf das geförderte Kapital bezahlen wollen oder aber – mit einem Abschlag von beispielsweise 25 Prozent – alles auf einmal abzahlen.
Auch über die Bedingungen der Steuerförderung wurde nachgedacht. Ein Vorschlag war, dass Käufer 75 Prozent des im Riester-Vertrag gesammelten Kapitals entnehmen dürfen und damit den Eigenkapitalanteil aufbessern. Statt zusätzlichem Rentanspruch sollten dann die Riesterzuschüsse der Tilgung dienen. So entstand schließlich der Wohn-Riester.

Problemfeld nachgelagerte Besteuerung

Auch für das Problem der nachgelagerten Besteuerung (Versteuerung erst der erfolgten Auszahlungen statt der Einzahlungen) ist eine Lösung in Sicht. Es soll nun ein fiktives Förderkonto, das so genannte „Wohnförderkonto“ angelegt werden, in dem die Einzahlungen zunächst ganz normal verbucht werden wie bei einem üblichen Riester-Vertrag. Die erhaltene steuerliche Förderung wird zu Beginn der Rente dort ausgewiesen. Gleichwohl steckt aber das Kapital in einer Immobilie. Der Riester-Sparer muss nun die ausgewiesenen Steuern während der Rentenzeit zurückzahlen. Dabei ist eine Option eingebaut: Er kann die Steuern in Teilbeträgen nach und nach zurückbezahlen oder aber auf einen Schlag den Gesamtbetrag. In diesem Fall erhält er einen Nachlass von 30 Prozent. Allerdings muss er sich verpflichten, die Immobilie 20 Jahre lang zu halten.

Wofür gilt Wohn-Riester?

Nach dem Entwurf ist das angesparte Riester-Kapital grundsätzlich einsetzbar, um eine selbst genutzte Wohnung zu finanzieren. Das kann eine Eigentumswohnung, eine Wohnung in einem Haus oder eine Genossenschaftswohung sein.
Allerdings muss die Immobilie zugleich Hauptwohnsitz des Riester-Sparers sein, also auch den Lebensmittelpunkt darstellen. Zudem kann die Förderung nicht auf eine ausländische Ferienwohnung oder ein Altersdomizil angewendet werden, das außerhalb von Deutschland liegt.
Auch ist die altersgerechte Umrüstung eines Hauses nach dem jetzigen Stand nicht förderungswürdig.

Gibt es neue Sparformen?

Vermutlich werden Bausparkassen und Wohnungsgenossenschaften eine Art Riester-Bausparvertrag anbieten. Darin wird die Riester-Förderung mit dem Bausparen kombiniert. Es wäre dann nach Fonds- und Banksparplänen sowie der Riester-Rente selbst das vierte Riester-Produkt. Nach dem Entwurf muss hierbei auch ein einheitlicher Effektivzins angegeben werden. Dadurch soll für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit mit anderen Produkten gesorgt werden.


Informationen zur Riester Rente

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Der aktuelle Stand der Wohn-Riester


Am 8.4.2008 beschloss das Bundeskabinett den Entwurf zur Wohn-Riester. Insgesamt sieht der Gesetzentwurf der „Eigenheimrente“, wie sie offiziell heißt, etwas freundlicher aus für alle Interessenten an Wohneigentum als ursprünglich gedacht.
Grundsätzlich ist nun sogar vorgesehen, dass das im Riester-Vertrag angesparte Kapital komplett entnommen werden kann und für den Bau oder Kauf einer Immobilie verwendet werden darf. Außerdem sind die Riester-Zulagen auch imstande, einen bestehenden Immobilienkredit zu tilgen. Das kann für eine Familie schon eine ganze Menge ausmachen: Rechnet man (bei vier Prozent Sparquote vom Einkommen) 154 Euro Grundzulage und für z.B. 2 Kinder pro Kind 185 Euro Kinderzulage, ergibt sich ein Jahresbetrag von 863 Euro. Das kann bei der Finanzierung einer Immobilie ein wichtiger Baustein sein.

Beim angesparten Kapital spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Riester-Rentenversicherung handelt oder um einen Riester–Bank- oder –Fondssparplan. Mit jeder dieser Sparformen kann der Riester-Sparer also zukünftig eine Immobilie finanzieren. Die Aufwendungen können am Ende des Jahres als Sonderausgaben geltend gemacht werden.



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